Wir leben von Bewegung

Ich fahre gerne. Bewegung finde ich reizvoller als Stillstand. Ärgerlich macht mich der Stau. Ich will nicht stehen bleiben, wenn doch die Bewegung der Anlass meiner Reise ist. Unser ganzes Land lebt von der Bewegung. Wir leben davon, dass Waren von einem Ort zum anderen gelangen, wir leben davon, dass Menschen sich bewegen. Wir leben davon, dass Ideen angetrieben werden.

Eine Gesellschaft, die stehen oder stecken bleibt, verliert schnell den Anschluss. Deshalb ist für mich die Frage, ob der Verkehr fließt oder steht auch immer ein Anzeichen dafür, ob eine Gesellschaft sich bewegt oder feststeckt.

Mein erstes Auto war ein Fiat Ritmo 85 S. Ein schönes Auto, und ich erinnere mich, wie gerne ich damit fuhr. Voranzukommen bedeutete für mich stets auch ein gutes Gefühl. Als ich meinen Führerschein machte, waren die Straßen noch freier. Wenige Wochen nach meiner Führerscheinführung fuhr ich an Ostern 1990 dem Horizont Richtung Berlin entgegen. Freiheit hatte an diesem ersten Wochenende nach dem Mauerfall und meiner Führerscheinprüfung eine besondere Note. Ich war gespannt, was mich wohl dort erwartet. Jeder Kilometer, den ich hinter mich brachte, erweiterte meine Perspektive. Ich entdeckte mehr und mehr von der Welt.

Heute ist uns diese Freiheit verloren gegangen. Wir kommen nicht mehr flüssig voran, sondern wir hängen fest. Eingeklemmt zwischen den Autos vor uns und hinter uns. Bedrängt von links und rechts von Fahrzeugen auf der Fahrbahn nebenan. Jeder ist genervt davon. Jeder ist gestresst davon. Es gibt selten Freude am Fahren, sondern jeder ist genervt davon, dass alles so schlecht funktioniert.

Hessen steht im Stau. Wie frustrierend das doch ist. Weil Stau ja nichts anderes bedeutet, als dass wir alle vorankommen wollen und es nicht können. Der Stau ist nichts anderes als das Zeichen dafür, dass der Drang des Einzelnen, sich zu bewegen, sich mit dem Bewegungsdrang des anderen verkeilt. Wir wollen das Gleiche und stören einander dabei. Dabei haben doch alle die Bewegung als Ziel.

Als kleiner Junge war ich manche Woche mit meinem Vater unterwegs. Der war zu jener Zeit LKW-Fahrer und lieferte Früchte an Supermärkte aus. Aus dem Führerhaus heraus hatte ich einen weiten Blick die Autobahn entlang und fieberte dem nächsten Ziel entgegen.

Auch heute noch sind viele LKW auf Hessens Straßen unterwegs. Aus dem Führerhaus sieht man eine lange Kolonne vor sich, die sich durchs Land quält. Die Freude ist der Pflicht gewichen.

Wie viel mehr Kraft könnte unser Land noch entfalten, wenn wir diese zähe Masse wieder zügig fließen ließen? Unsere Unternehmen hätten mehr Erfolg, weil die Lieferketten besser funktionieren. Unsere Vereine würden gestärkt, weil man sich, statt im Stau zu stecken, in seiner Freizeit engagieren kann. Die Familien wären glücklicher, weil die Eltern früher und pünktlicher nach Hause kommen.

Wenn ich heute in Hessen unterwegs bin, dann stecke auch ich oft fest. Ich nutze die gleichen Straßen wie Sie auch. Ich fahre mit der gleichen Bahn. Auch ich erlebe überfüllte Straßen und Züge. Auch ich möchte nach Hause zu meinen Kindern, und kann es nicht, weil der Verkehr nicht fließt. Aber die Erinnerung, dass das mal besser war, die ist bei mir noch wach.

Im Stau steckt man nur, weil keiner die sich bewegenden Teile so koordiniert, dass sie zusammen harmonieren statt sich zu blockieren. Eine Aufgabe, die ich gerne übernehmen will.

Ich kann Ihren Frust verstehen. Ich teile ihn. Deshalb habe ich einen besseren Verkehrsfluss zu meinem Thema gemacht. Weil wir doch alle davon profitieren, wenn wir unsere Zeit nicht mit Stillstand verschwenden. Weil wir alle doch davon profitieren, weiterzureisen oder früher unser Ziel zu erreichen. Weil unsere ganze Gesellschaft davon profitiert, wenn etwas in Bewegung kommt.

Die Frage, ob der Verkehr fließt oder nicht, ist eine Frage der Leitung und Steuerung. Es ist eine Frage der richtigen Politik. Es geht um kluge Planung, um neue Züge, neue Gleise, neue Straßen, es geht um moderne Technik, Vernetzung sowie die Steuerung und rechtzeitige Information – und nicht zuletzt auch um die Richtung, in die der Verkehr fließt. All das regelt in Hessen die Politik. All das funktioniert seit Jahren nicht gut.

Ich bewege gerne. Nicht nur mich, sondern all die Fahrzeuge, die es gibt. Wenn Sie mich glücklich machen wollen, dann lassen Sie mich einen Bagger oder eine Straßenbahn fahren, ein Fahrrad oder ein neues Auto. Ich will den Fahrtwind spüren!

Weil ich mich gerne bewege, bewege ich auch gerne den Verkehr. Man kann nicht nur ein einzelnes Fahrzeug steuern, sondern mit Politik auch die gesamte Mobilität im Land. Ich interessiere mich für neue Technologien, die den Verkehr besser planbar machen. Ich interessiere mich für neue Formen der Mobilität. Ich interessiere mich dafür, wie wir den Stau auflösen. Für die Umsetzung meiner Vorhaben brauche ich nur eines: Ihre Stimme. Denn wer den Verkehr steuert, das entscheiden die Wählerinnen und Wähler. Sie können wählen zwischen mir, der die Bewegung liebt und jenen, die seither den Stillstand verantworten.