Pressemitteilung:

24. Oktober 2017

Thorsten Schäfer-Gümbel: Deutsches Recht muss bei Ryanair endlich durchgesetzt werden

Billigflieger

Nach der Berichterstattung von Frontal21 und der Welt über praktizierte Arbeitsbedingungen bei Ryanair erklärte der hessische SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel: „Die Recherchen von Frontal21 und der Welt vervollständigen das ohnehin schon düstere Bild über die Geschäftspraktiken bei Ryanair. Ausdehnung von Probezeiten, Zwangsurlaub, wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse, Scheinselbstständigkeit, fehlende soziale Absicherung und hinterzogene Sozialabgaben erinnern eher an moderne Sklaverei. Bei Ryanair scheint das Teil des Geschäftsmodells zu sein. Deutsches Recht muss bei Ryanair endlich durchgesetzt werden.“

Schäfer-Gümbel forderte, die Umgehung von geltendem Recht dringend zu unterbinden. „Es ist völlig unvorstellbar, dass Beschäftigte, die ihren Dienst regelmäßig von einem deutschen Flughafen beginnen, fremdem Arbeitsrecht unterfallen sollen. Offenbar sind die windigen Konstruktionen von Ryanair auch rechtlich so nicht haltbar. Arbeitnehmerschützende Regeln und soziale Absicherung müssen jetzt durch die zuständigen Behörden vollstreckt werden. Ryanair steht im Zweifel der Klageweg offen, wenn das Unternehmen seine Umgehung von geltendem Arbeitnehmerschutz für legal hält.“

Die Strategie der hessischen Landesregierung, Ryanair an den Frankfurter Flughafen zu locken, entpuppe sich immer mehr als Fehler. „Die Landesregierung rechtfertigt den roten Teppich für Ryanair bis heute. Jetzt wird immer offensichtlicher, dass Ryanair nicht nur ein Problem mit guten Arbeitsbedingungen, sondern auch mit dem Gesetz hat. Es ist den Beschäftigten und von steigendem Lärm geplagten Anwohnern nicht zu erklären, dass ein in Hessen eigens für Ryanair geschaffenes Rabattmodell solche Praktiken auch noch subventioniert.“